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Aus der Gifhorner Rundschau vom 10. Okt. 2007
(Zum Vergößern bitte anklicken)


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"Aktuell ist besonders bedenklich, dass die Regierung von Niger/Präsident Tandja Mamadou nicht nur der Zeitung "Air-Info" das Erscheinen für die nächsten drei Monate verboten hat und drei anderen Zeitungen Verwarnungen, mit Drohung des Verbots, erteilt hat, sondern dass jetzt bekannt wurde, dass der französische Radiosender RFI Radio France International ein Sendeverbot für 1 Monat erhielt. Der Sonderberichterstatter Moussa Kaka ist daraufhin von General Moumouni Boureima, mit dem Tode bedroht worden.
Siehe auch: http://fr.news.yahoo.com"


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Wir bitten den Botschafter von Niger in Deutschland, dringend:
- unseren Protest gegen die Ermordung der unten genannten Personen an die Regierung des Niger in Niamey weiterzuleiten

- die Einhaltung von grundlegenden Menschenrechten bei der Regierung des Niger anzumahnen, auch in Konflikten (Genfer Konvention)

- bei der Regierung des Niger darauf hinzuwirken, dass der Verbleib von weiteren über 250, nach Verhaftungen "verschwundenen" Personen geklärt wird

- sich bei der Regierung des Niger in Niamey fuer eine friedliche Lösung des Konfliktes zwischen MNJ / Tuareg und der Regierung von Niger einzusetzen.
---> mehr dazu & Petition signieren <---

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Betr. Visa für Niger:

Nach Auskunft des Konsulats in Eckernförde, Dr. Krumhoff, müssen die Visa-Anträge neuerdings nach Niamey gefaxt werden, zur Beurteilung.
Wir haben mit diesem neuen Procedere noch keine Erfahrung. Es kann also dauern, muss aber nicht.
Wir werden Sie auf dem laufenden halten.

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Besorgniserregende Nachrichten aus Niger erreichten uns von MENSCHENRECHTE 3000 e.V. Freiburg von Gunter Wippel:

In den vergangenen Monaten ist es zu mehreren bewaffneten Konfrontationen zwischen der Armee des Niger, kurz FAN und der Organisation „Mouvement de Nigeriens pour la Justice“ (Bewegung von Nigrern für Gerechtigkeit, MNJ) gekommen.
Details siehe web-site: http://m-n-j.blog.com)
Die im Norden des Niger lebenden Tuareg fühlen sich, bzw. sind in der Entwicklung des Landes benachteiligt, was bereits 1990-1995 zu einem Aufstand geführt hatte; dieser war 1995 mit einem Friedensabkommen beigelegt worden; die Umsetzung der Vereinbarungen geht – zumindest aus Sicht der Tuareg - zu langsam oder gar nicht vonstatten.
Nichtsdestoweniger baut seit vielen Jahren die französisch-staatliche Uranfirma AREVA (früher COGEMA) in großen Mengen Uran in Arlit ab, was zu einer radioaktiven Belastung von Menschen, Tieren und der Umwelt führt.
Das war auch durch die französische wissenschaftliche Umweltorganisation CREII – Rad untersucht und bestätigt worden. Außerdem werden derzeit Explorationen nach Uran und nach Öl von ausländischen Firmen im Norden Nigers betrieben.
In den letzten Wochen ist es zu einem Angriff der MNJ auf ein Uran-Explorations-Camp gekommen sowie zu verschiedenen Auseinandersetzungen mit der Armee des Nigers, bei der Armeesoldaten in den Kämpfen getötet worden sind.

Die Armee hat – vermutlich als Vergeltungsakt – drei alte Tuareg-Hirten (zwischen 60 und 80 Jahre alt, sehbehindert und krank), die definitiv nicht an Militäraktionen der MNJ beteiligt waren – am 10. Juni willkürlich festgenommen und kurz darauf ermordet/ hingerichtet; die Leichen wurden dem Vernehmen nach zerstückelt.
Die MNJ hat daraufhin einen Angriff auf die Armee unternommen, bei dem ca. 17 Soldaten getötet, über 30 verletzt und ca. 70 Soldaten gefangen genommen wurden. Die MNJ hat wenige Tage nach dem Angriff die verwundeten Soldaten in die Obhut des Internationalen Roten Kreuzes übergeben und de facto damit frei gelassen.
Heute (04. Juli 2007) erfahren wir, dass der Präsident von Niger, Tandja Mamodou, offensichtlich Kampfhubschrauber des Typs MI-24 (ein Hubschaubertyp, der bereits in den Kriegen in Afghanistan und Tschetchenien eingesetzt worden war, siehe auch: www.wikipedia.org./wiki/Mil-Mi-24), von der Ukraine erwerben will, um die MNJ-Camps aufzuspüren und anzugreifen. Wir haben uns bereits nach der Ermordung der gefangen genommenen alten Tuareg-Hirten an den Bundesaußenminister und an den Menschenrechtsausschuss des Bundestages gewandt, mit der dringenden Bitte, sich für eine friedliche Lösung des Konfliktes einzusetzen und weiteres Blutvergießen zu vermeiden,insbesondere eine Eskalation zu verhindern wie in der Rebellion 1990-1995, bei der viele Tuareg bei progromartigen Verfolgungen ermordet worden waren.
Bitte unterstützen Sie unsere Briefaktion mit eigenen Briefen, Faxen und e-mails an den Bundesaußenminister sowie den Menschenrechtsausschuss des Bundestagen:
Dr. Frank Walter Steinmeier, Auswärtiges amt 11013 Berlin Tel. : 030-5000-0 Telefax 0303-5000-3402 E-mail : menschenrechtsausschuss@bundestag.de

Zielrichtung sollte vor allem eine friedliche Lösung des Konflikts auf dem Verhandlungsweg sein, sowie die Achtung der Menschenrechte, auch in Konflikten, sowie der Genfer Konvention. Falls Sie sich schon beteiligt haben – bitte haken Sie nach und nehmen Sie Bezug auf dem Kauf und den möglichen Einsatz von Kampfhubschraubern, die aller Voraussicht nach auch gegen die Zivilbevölkerung (=Tuareg) zum Einsatz kommen können.
Weitere Infos können wir zur Verfügung stellen, sowie einen Musterbrief:
" Sehr geehrte Damen und Herren, seit einigen Wochen beobachten wir mit großer Sorge die Vorgänge in Niger, insbesondere in den nördlichen Regionen.
In der vergangenen Woche ist es zur Ermordung /außergerichtlichen Hinrichtung von drei alten Männern, unserer Kenntnis nach, durch die Armee des Niger FAN gekommen; es handelt sich dabei um Hirten der Tuareg, die einige Tage zuvor verhaftet worden waren, Anklagen sind keine bekannt.
Die Männer Sidi Mohammed Imolan, auch genannt Kalakoua, Abtchaw Kounfi und Aoussouk Kounfi waren am 10. Juni 2007 willkürlich von der Armee des Niger verhaftet worden und zunächst „verschwunden“. Am 17. Juni wurde nacheinander vom Staatschef des Nigers, dem Innenminister und vom Kommandanten des Militärabschnitts Agadez der Tod genannten Männer bestätigt, vorgeblich, da sie an einer Aktion der MNJ beteiligt gewesen waren, die 17 Soldaten der Armee des Niger das Leben gekostet hatte. Es ist offensichtlich, dass die ermordeten Männer – die in Gefangenschaft hingerichtet/ermordet worden waren – an der erwähnten Militäraktion nicht beteiligt waren, da sie krank, sehbehindert und im Alter zwischen 60 und 80 Jahren waren.
Über die Ermordung dieser Zivilisten hinaus sind dem Vernehmen nach die Leichen der Männer zerstückelt worden und gemeinschaftlich „verscharrt“ worden. Wir protestieren schärfstens gegen diese Menschrechtsverletzung, die – nach unserer Kenntnis – aus der Armee von Niger begangen wurde. Ihre Ermordung ist durch nichts zu rechtfertigen. Die Ermordung dieser Personen hat zur Eskalation des Konflikts des MNJ (Bewegung von Nigrern für rfGerechtigkeit) und der Armee von Niger geführt. Hintergründe sind in der anhaltenden Benachteiligung des Nordens, das heißt der dort lebenden Tuareg-Bevölkerung zu sehen, sowie in der ungebremsten Ausbeutung von Uranvorkommen (z.B. in Arlit) unter gesundheitsschädigenden Umständen.

Wir bitten Sie dringend, in dieser Sache aktiv zu werden, und sehen Ihrer Antwort mit Interesse entgegen.

Mit freundlichen Grüßen ..."

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Anschließend noch ein Wort in eigener Sache: Gerade hat der CARGO e. V. ein Projekt in Niger erfolgreich abgeschlossen.

Im Tausch für die Genehmigung zur Ausgrabung eines Sauriers im Tuareg-Gebiet hat der CARGO e. V. bei In Jitane, einem Tuareg-Nomadenzentrum, eine zweisprachige Schule für hundert Kinder gebaut. Dies Projekt realisiert eine Forderung der Tuareg nach einer eigenen Schule, in der die Kinder auch in ihrer Muttersprache unterrichtet werden. Das Projekt wurde mit der nigrischen Regierung durch einen Staatsvertrag besiegelt.
Der CARGO e. V. hat hierdurch einen wesentlichen Beitrag zur Alphabetisierung der Tuareg geleistet.
Unser Projekt steht außerhalb der jetzt wohl aufflammenden Kämpfe. Für den CARGO e. V.
Heike und Edgar Sommer